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Kino News3.7.2026

Supergirl wird ein riesiger Flop, DC tappt weiter im Dunkeln...

Als James Gunn („Guardians of the Galaxy“, „Suicide Squad“) mit großem Pomp das Ruder von Zack Snyder („Zack Snyder’s Justice League“) übernahm und die Leitung des neu aufbauenden DC-Universums an sich riss, jubelten viele Comic-Fans über den frischen Wind, den dieser Autor in die weitläufige Welt bringen sollte. Zudem hatte Gunn gegenüber den Medien erklärt, dass keiner der neuen Filme grünes Licht erhalten würde, wenn er nicht auf einem hochwertigen Drehbuch basiere. Doch gerade ein dürftiges Drehbuch ist es, das nach Ansicht vieler Fans und Kritiker den erst zweiten Neuzugang im DCU zu Fall bringt. Nach dem letztjährigen „Superman“, der wohl oder übel eher eine Enttäuschung an den Kinokassen war, ist nun seine Cousine „Supergirl“ mit Milly Alcock („House of the Dragon“) in der Hauptrolle in die Kinos geflogen, die der Welt zeigen sollte, dass DC auf dem Weg zu einem grandiosen Filmuniversum ist und dem Studio wieder ein Vermögen einbringen kann. Und daraus ist ein noch viel größerer Reinfall geworden als bei „Superman“.

Zudem wurde der Start von „Supergirl“ von anderen Titeln völlig in den Schatten gestellt. Den ersten Platz verteidigte ohne größere Probleme die animierte Fortsetzung „Toy Story 5“, die am zweiten Wochenende weitere 70 Millionen Dollar einspielte und weltweit bereits 585 Mega erreicht hat. Der Horrorfilm „Possession“ bestätigt unterdessen weiterhin seinen Status als diesjähriges Phänomen, und die Zuschauer sind nach wie vor von ihm besessen (Wortspiel). In seinem siebten Wochenende verzeichnete er nur einen Rückgang von 27 Prozent und bleibt mit weltweiten Einnahmen von 370 Millionen Dollar einer der umsatzstärksten Filme des Jahres. Nicht ganz so rosig sieht es hingegen für Steven Spielbergs (Jurassic Park) neuen Science-Fiction-Film „Der Tag der Offenbarung“ aus, der nach drei Wochen weltweit 193 Millionen Dollar einspielte; angesichts des Budgets von 115 Millionen Dollar hat er jedoch noch einen weiten Weg bis zur Gewinnzone vor sich.

Für Warner Bros. sind jedoch die Aussichten für „Supergirl“ selbst viel wichtiger. Mit einem Budget von 170 Millionen Dollar und Marketingkosten von schätzungsweise weiteren 120 Millionen hätte der Film nach gängigen Berechnungen mindestens 375 Millionen Dollar einspielen müssen, um schwarze Zahlen zu schreiben. Die aktuellen Schätzungen sind jedoch deutlich pessimistischer, und der Film könnte weltweit nur bei etwa 200 Millionen landen, was für die Einführung einer neuen Heldin eine Katastrophe wäre. In diesem Fall würde das Studio laut der Website „Variety“ etwa 80 bis 120 Millionen Dollar an den Kinokassen abschreiben, wobei ein noch schlimmeres Szenario nicht ausgeschlossen werden kann. Nach dem Flop des Films „Die Braut!“ im Frühjahr müssen Warner Bros., die im vergangenen Jahr ein großartiges Jahr hatten, nun einen weiteren teuren Rückschlag hinnehmen.

Dabei geht es nicht nur um einen einzigen missglückten Film. James Gunn und Peter Safran („Aquaman“) erhielten zwar nach dem Erfolg des letztjährigen „Superman“-Films das Vertrauen für den langfristigen Aufbau eines neuen DC-Universums, doch früher oder später wird die Studioleitung vor allem an der Rentabilität der Investitionen interessiert sein. Sollten weitere ähnlich schwache Ergebnisse folgen, könnten die optimistischen Zehnjahrespläne einer Neubewertung unterzogen werden. Schon jetzt wird daher der im Oktober erscheinende Film „Clayface“ von James Watkins („Eden Lake“) aufmerksam beobachtet. Dieser entstand zwar mit deutlich bescheideneren 40 Millionen Dollar, sodass er keine Blockbuster-Einnahmen benötigt, handelt aber gleichzeitig von einer weiteren, weniger bekannten Comicfigur. Und gerade an solchen Projekten wird sich zeigen, ob Gunns Vision tatsächlich auf soliden Fundamenten steht oder ob der Stuhl unter ihm zu stark wackelt. Denn für Paramount, das Warner in Kürze übernehmen wird, steht das Geld an erster Stelle. Und das Unternehmen wird seine berühmtesten Comic-Helden wohl kaum einem Schöpfer überlassen, der sie finanziell ausbluten lässt.